Medizin zwischen Schule und Erfahrung

„Heiler und Ärzte im Dialog“ lautet der Titel des 4. Hauptstadtkongresses für Integrative Medizin, der am 20. und 21. November im Tagungszentrum der Neuen Mälzerei in der Friedensstraße stattfindet. Die Friedrichshainer Chronik sprach mit den Kongressorganisatoren Gisa Niggemann und Daniel Baehren vom Verein Geistiges Heilen e.V.

Sie veranstalten Ihren Kongress zum vierten Mal in Friedrichshain – warum ausgerechnet hier? Zufall oder Absicht?

G.N.: Wir haben uns ganz bewusst wieder für Friedrichshain entschieden, weil wir uns in der sanierten Mälzerei des alten Böhmischen Brauhauses einfach wohlfühlen. Das Gebäude und seine Räumlichkeiten bieten eine besondere Atmosphäre, und vor allem haben wir hervorragende Arbeitsbedingungen für unseren Kongress, sowohl für die Plenarvorträge, Podiumsgespräche und Workshops als auch für die Info-Stände.

D.B.: Ich finde auch die Umgebung interessant, quasi ein Spannungsfeld: Ein paar Meter vom Tagungsort steht das Klinikum im Friedrichshain, vor rund 150 Jahren als erstes städtischen Krankenhaus erbaut, auf Initiative des großen Mediziners Rudolf Virchow. Und auf der anderen Seite gibt es solche Friedrichshainer Gesundheitsmeilen wie in der Bänschstraße oder um den Comeniusplatz, wo nicht nur zahlreiche klassische Mediziner praktizieren, sondern auch Psychiater, Homöopathen oder Therapeuten, die sich mit alternativen Heilmethoden beschäftigen. So ist es bestimmt kein Zufall, daß auch immer mehr Friedrichshainer Angebote traditioneller asiatischer Heilkunst annehmen, sich durch Akupunktur behandeln lassen oder Yogakurse besuchen.

Für wen veranstalten Sie den Kongress, welche Besucher werden erwartet?

D.B.: Wie veranstalten keinen Fachkongress im engeren Sinn, sondern wollen ein möglichst breites Publikum ansprechen. Unsere Zielgruppen sind Menschen, die der Gesundheit ein hohes Maß an Selbstverantwortung entgegenbringen und solche, die anderen helfen, wieder gesund zu werden. Also Mediziner, Heilpraktiker und Heiler, Pflegepersonal, Psychologen, Physiotherapeuten, Logopäden, Zahnärzte, Wissenschaftler und Experten im Gesundheitswesen. Aber wir wenden uns auch gleichermaßen an Privatleute, an Menschen, die sich für Gesundheitsfragen interessieren oder die zu Hause Gesundheitspflege betreiben. Dahinter steht unsere Erfahrung, dass auch in Deutschland viele Ärzte neben der klassischen schulmedizinischen Diagnose und Therapie zunehmend Methoden der Erfahrungsmedizin einsetzen und mit Heilern zusammenarbeiten. Unser Kongress soll ein Schritt sein, das Wissen und die Fähigkeiten beider Wissenschaften zusammenführen. Die Symbiosen verschiedener Lehren können wertvolle Synergieeffekte für den Patienten bringen.

Geistiges Heilen wird von vielen Menschen in die Nähe von Unwissenschaftlichkeit und Scharlatanerie gerückt. Auch ich habe meine Zweifel, ob ein trommelnder Schamane einen an Lungenkrebs Erkrankten heilen kann.

G.N.: Die Zukunft gehört dem gesunden Menschen. In unserer modernen Zeit ist in den Menschen ein noch tieferes Bedürfnis nach Heilung und Hingabe zu spüren. Viele Talente liegen brach, denn die Fähigkeit zu helfen, steckt in jedem von uns und will gelebt werden. Das möchten wir fördern. Zum anderen verstehen wir Geistiges Heilen als ein Angebot an Hilfesuchende, welches gleichberechtigt neben klassischer Schulmedizin und allen ganzheitlichen therapeutischen Angeboten und nicht in Konkurrenz zu diesen steht. Wir befürworten Heilung im ganzheitlichen Sinne, wollen die menschliche Kraft anregen, sowie Menschen beim Wahrnehmen ihrer Eigenverantwortung ermutigen und unterstützen. Geistiges Heilen ist jedoch ausdrücklich kein Ersatz für ärztliche oder heilkundliche Diagnostik und Therapie. Übrigens können wie auf unserem Kongress tatsächlich einen Schamane begrüßen, Raji Khan aus Indien, der in seinem Vortrag über den Zusammenhang von Trommel, Tanz und Bewusstsein sprechen wird.

Welche neuen Erkenntnisse werden in diesem Kontext auf dem Kongress vorgestellt?

D.B.: Es hat sich bereits eine ganze Reihe von Spezialisten angemeldet. Beispielsweise wird es einen sehr aufschlussreichen Vortrag über den Einfluss unserer Gedanken auf Emotionen, Überzeugungen und körperlichen Erkrankungen geben. Mit Spannung sehe ich dem Referat und Podiumsgespräch über neue russische Heilmethoden entgegen, wo u.a. aktuelle Forschungsarbeiten des Akademikers Grigori Gabovoi vorgestellt werden, der neue Technologien entwickelte, um Organe und Stoffe des Menschen zu regenerieren. Große Resonanz werden sicherlich auch der Vortrag und Workshop mit Christiane Grümmer-Hohensee haben, in dem es um den Zusammenhang von Stimme und Psyche sowie Selbstwahrnehmung im Gesang geht. Jeder kennt doch das Phänomen, wenn unsere Stimme auf Stress reagiert. Aber auch Freude, Begeisterung, Lust am Ausdruck und Sicherheit teilen sich über den Klang und die Beschaffenheit der Stimme mit.

Die Friedrichshainer Chronik dankt für das Gespräch.

 

Mit Gisa, Heilerin und Daniel Baehren,  1. Vorsitzender sprach Thomas Heubner.

Heiler und Ärzte im Dialog. 4. Hauptstadtkongreß für Integrative Medizin für Fach- und Privatpublikum: Sa. 20.11., 11- 20 Uhr, So. 21.11., 10 – 19 Uhr; Neue Mälzerei/Friedensstraße 91, Teilnehmergebühr: 1 Tag: 40.- / 2 Tage: 70.-, erm. 30.-/50.- , Workshop 10.- /20.- p.P. (mit Eintrittskarte)

Infos, Anmeldung u. Kontakt: Geistiges Heilen e.V., Kurfürstendamm 130, 10711 Berlin, Tel. 030/250 951 22, www.heiler-und-aerzte.com, www.geistiges-heilen-ev.de

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